Rezension: Opfertod von Hanna Winter

16 Feb

Klappentext

Er muss sie töten. Alle. Zusehen, wie ihre Augen Brechen. Sie zerstören. Alle.

Gleich bei ihrem ersten Fall gerät Kriminalpsychologin Lena Peters an einen Killer, der eine tödliche Mission verfolgt. Eine Mission, in der Lena eine entscheidende Rolle spielt. Und schon bald sitzt sie in der Falle, denn sie kennt das Böse. Sie hat es studiert. Doch jetzt begegnet sie dem Seelenbrechen

Meinung

Ich bin ein absoluter Thriller-Fan und vielleicht habe ich mich deshalb mit Opfertod so schwer getan, aber irgendwie war das Ganze für mich ein bisschen zu dick aufgetragen und teils wirklich unglaubwürdig. Die Storyline hat mich einfach überhaupt nicht überzeugt. Es hat mich die ganze Zeit über ein bisschen zu sehr an Die Chirurgin von Tess Gerritsen oder Cupido von Jillian Hoffman erinnert – nur in Deutschland und eben etwas over-the-top.
Man hätte dieses Buch auch gut und gerne auf 250 Seiten (oder auch weniger) schreiben können, denn so manche Szene erschien mir überflüssig und zu langatmig. Auch wurde in meinen Augen leider nie richtig Spannung aufgebaut – es gibt keinen richtigen Hauptverdächtigen, keine ernsthaft gefährlichen Situationen, einfach nichts was mich als Leserin in Anspannung und Erwartung versetzt. Dass Lena nach ihrem zweiten Tag schon vom Fall abgezogen wurde, ohne erst die Hintergründe für ihre Fehlhandlung genau zu klären, erschien mir ebenso unglaubwürdig, wie die Tatsache, dass sie dann zufällig in einer Bar auf einen Ex-Polizisten stößt, der zufällig auch noch am gleichen Fall gearbeitet hat, bevor man ihn frühzeitig in Rente geschickt hat – es tut mir ja sehr leid, aber irgendwo hört es dann auch auf.

Die Hauptcharakterin Lena war mir zusätzlich einfach nur unsympatisch und ich hatte mehrfach das Gefühl, dass sie unter einem leichten Alkoholproblem leidet (jeden Abend Bier, Wein oder Gin Tonic, teilweise nicht nur ein Gläschen sondern bis zur Trunkenheit und dann fährt sie noch mit ihrer Vespa?). Ich konnte mich einfach nicht für sie und ihre, zugegeben tragische, Lebensgeschichte erwärmen. Auch ihre Beziehung zu ihrer Schwester erschien mir zu aufgesetzt – ich habe auch Schwestern und ich würde einiges für sie tun. Aber was Lena für ihre Schwester bereits alles getan hat erscheint mir einfach unrealsitisch und ist, ganz nebenbei, vermutlich nicht einmal möglich.

Ich konnte das Buch ohne Probleme weglegen, etwas das ein Thriller, der mit einem „VOX TOP THRILLER“ Aufkleber daher kommt, eigentlich nicht zulassen dürfte. Ein Top Thriller ist ein Page-Turner, ein Buch das man nicht aufhören kann zu lesen – Opfertod war für mich mehr ein Kampf. Es nicht wegzulegen und etwas anderes zu machen, fiel mir oft schwer und deshalb kann ich leider nicht sagen, dass ich dieses Buch sehr genossen haben.

Fazit

Es gibt sicher gute Ansätze und ich will ja auch nicht sagen, dass das Buch eine Katastrophe war – aber ein Top Thriller ist es leider nicht. Wenn man es denn überhaupt als Thriller bezeichnen möchte, ich denke, dass das Attribut Krimi vielleicht doch passender wäre.

2/5

Informationen zum Buch
318 Seiten – Taschenbuch – Ullstein
EUR 8,99 [D]
ISBN: 978-3-5482-8366-1
erscheint am 17.02.2012
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