Rezension: Ballad von M. Stiefvater

13 Mai

ACHTUNG: Enthält Spoiler zum 1. Teil „Lament“ von Maggie Stiefvater!! Meine Rezension zu Lament gibt’s HIER.

Klappentext

When his best friend, Dee, fell in love with a faerie, James realized she’d never feel the dame way about him.
Trying to escape into music, James finds himself surrounded by more faeries than ever. Before he knows it, James is trapped in a dangerous dame. One where the only way to win is to betray the one you love … 

Meinung

Es gibt Momente, und ich erlebe sie zugegebener Maßen recht oft, da nimmt man sich vor „jetzt lese ich erst einmal die Bücher fertig, die ich bereits angefangen haben“ und dann kommt eine schon längst vergessene Amazon-Vorbestellung und all die guten Vorsetzte sind vergessen. Diese Woche erging es mir so mit Maggie Stiefvater’s Ballad. Das Buch gibt es zwar schon länger, aber ich habe auf die UK-Paperback Version gewartet und die erschien erst vergangene Woche. Seit ich im Februar Lament gelesen habe, warte ich schon auf dieses Buch.. und da musste der Rest dann einfach – mal wieder – warten. Ich war bereits von dem UK-Cover von Lament begeistert und auch das von Ballad finde ich wieder wunderschön – und schließlich ist das Layout auch der Grund gewesen, weshalb ich es nicht einfach schon im Februar gekauft habe.

In Ballad geht es um James, den besten Freund von Dee (in Lament war sie die Protagonistin) und wie es ihm nach dem verhängnisvollen, in Lament beschriebenen, Sommer geht. Dee und James besuchen ein Internat für musikalisch-talentierte Jugendliche. Doch von Beginn an ist klar, dass zwischen den beiden nichts mehr ist wie vor dem Sommer. Sie leben zwar auf dem gleichen Campus, sehen sich jedoch gar nicht mehr. Als James von einer Elfe, Nuala, aufgesucht wird und diese ihm einen Deal (Inspiration gegen seine Lebensenergie) anbietet lehnt er entschieden ab, was dazu führt, dass Nuala sich noch mehr für ihn interessiert. Und während James sich in seine Musik zurück zieht, verliert Dee immer mehr den Weg aus den Augen.

Alles in allem, hat mir Ballad sehr gut gefallen. James ist ein wunderbar sarkastischer Charakter, der durch seine – zugegebenermaßen meist ziemlich unpassenden – Sprüche sehr unterhaltend ist und den Leser zum Lächeln bringt. Er macht in Ballad eine deutliche Veränderung durch. Er wird deutlich reifer im Verlauf der Geschichte, was man sowohl an seinem Verhalten als auch an seiner emotionalen Entwicklung bemerken kann.

Dee hat zwar nur wenige persönliche Auftritte in Ballad hat, dafür gibt es aber zwischen einzelnen Kapiteln immer wieder nicht-gesendete SMS von ihr an James. Diese vermitteln dem Leser einen Eindruck darüber, wie es ihr geht und was mit ihr geschieht und auch wie sehr sie unter der schlechten Beziehung zu James und den Ereignissen des vergangen Sommers leidet. War Dee in Lament noch ein selbstbewusstes, talentiertes und vor allem strebsames Mädchen, ist sie in Ballad nur noch ein Abbild ihrer selbst. Ihre Noten gehen in den Keller, sie kann sich nicht richtig einleben, aber vor allem leidet sie unter dem Verlust von Luke.

Zu Anfang wusste ich nicht, was ich mit Nuala anfangen sollte. Ich konnte ihren Charakter nicht richtig einordnen und fand ihn zwar interessant und teils auch witzig, aber auf der anderen Seite auch furchtbar unsympathisch. Das hat sich jedoch sehr schnell geändert, besonders da auch einige Kapitel aus ihrer Sicht geschrieben sind und der Leser so einen tiefen Einblick in ihre Gedanken bekommt. So lässt sich auch ihre emotionale Entwicklung gut mitverfolgen und führt dazu, dass man sie einfach mögen muss. Sie ist witzig und schlagfertig, aber auch unsicher und zerbrechlich. Vor allem jedoch sehr interessant! Und am Ende hat sie mich doch sehr überrascht, als sie eine weitreichende Entscheidung treffen musste.

James Lieblingslehrer ist Sullivan, auch wenn man ihn wohl kaum als normalen Lehrer ansehen kann. Zum einen, da auch er eine interessante Vergangenheit mit Elfen hat, zum anderen, weil er mehr der „Kumpel-Typ“ ist und sich gerne mit James‘ Wortgefechte liefert, wobei sie sich nur gegenseitig sarkastische Bemerkungen an den Kopf werfen. Doch obwohl er eher ein Kumpel, als Lehrer ist, ist er doch genau der Lehrer, den man sich wünscht. Er ist hilfsbereit, sympathisch und aufopferungsvoll. Er hilft James wann und wo er kann, auch wenn er nicht immer einverstanden ist , mit den Entscheidungen seines Schülers. Alles in allem ist er ein toller Charakter und ich bin gespannt, wie es mit ihm weiter geht.

Ebenfalls ein toller, neuer Charakter ist Paul. Er ist James Zimmergenosse und er ist der Musterschüler, der immer sehr zugeknöpft und schüchtern ist. Jeden Falls am Anfang, denn je mehr Zeit er mit James verbringt, desto lockerer wird er und man entdeckt die lustige Seite in ihm. Er spielt zwar das Buch über nur eine Nebenrolle, bekommt am Ende jedoch noch seinen „großen“ Auftritt und beweist so, dass er ein wirklich guter Freund von James ist und, dass erste Eindrücke täuschen können.

Natürlich gibt es in Ballad auch ein Wiedersehen mit anderen, bereits bekannten, Elfen. Und diese führen nichts Gutes im Schilde. Sie sind an Dee gebunden und müssen ihr überall hin folgen, was einigen von ihnen jedoch nicht gefällt. Dieser Umstand führt am Ende zum großen Showdown, der so manche Überraschung bereit hielt und mich mit dem Verlangen nach mehr zurück ließ.

Fazit

Ballad ist ein wirklich tolles Buch. Es ist natürlich anders als Lament, da es hauptsächlich um James geht, aber dennoch: Wem Lament gefallen hat, der wird auch Ballad mögen. Ich hoffe jeden Falls, dass es noch ein weiteres Buch geben wird! Maggie Stiefvater sagt dazu auf ihrer Seite leider lediglich „In my head there are more, but they are behind several other novels to be written at the moment!“. Das heißt dann wohl warten. Zum Glück gibt es von Stiefvater noch einige weitere Bücher (u.a. der begehrte 3. Teil der „The Wolves of Mercy Falls“-Serie; „Forever“ erscheint am 12. Juli).

4/5

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