Rezension: Die Bücherdiebin – Markus Zusak

9 Sep

Klappentext

Diese widersprüchliche Natur des Menschen! Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren.

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist, das sie aus dem Feuer rettet.
Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns.

Meinung

Ich habe so viel Gutes und Lob über „Die Bücherdiebin“ gehört und dementsprechend waren meine Erwartungen hoch. Leider muss ich sagen, dass sie nicht verfüllt wurden. Es ist kein schlechtes Buch, es ist aber auch nicht so großartig, wie es mir gesagt wurde.

Alles beginnt damit, dass Liesel nach Molchingen kommt und nicht lesen kann. Hans Hubermann – allgemein bekannt als Papa – macht es sich zur Aufgabe, ihr dies beizubringen und es wird zu ihrer größten Leidenschaft. Aufgrund ihrer Armut können die Hubermanns Liesel jedoch kaum neue Bücher kaufen und je länger der Krieg andauert, desto schlechter wird ihre finanzielle Lage – und so wird Liesel schließlich zur Bücherdiebin.

Natürlich geschieht noch viel mehr und es gibt noch andere wichtige Personen. Zum Beispiel Liesels besten Freund Rudi Steiner oder den jüdischen Faustkämpfer Max, der plötzlich bei den Hubermanns im Haus steht und der sie durch seine Abstammung alle in Gefahr bringt. Und so entwickelt sich eine Geschichte um Liesel in der es um Freundschaft und Vertrauen geht, ebenso wie um die kleinen Freuden des Lebens und die Tragödien, die der zweite Weltkrieg mit sich brachte. Vor allem das „Judenthema“ wird stark thematisiert, was mich immer wieder sehr nachdenklich stimmt. Ich kann – und will – einfach keinen Sinn sehen in den Konzentrationslagern und den Massenmorden sehen und finde dieses Thema daher immer wieder unglaublich bedrückend.

Das Interessante an „Die Bücherdiebin“ ist der Erzähler – denn das Buch wird aus der Sicht des Tods geschildert. Hin und wieder springt er im Standort und erzählt von den Leiden in den Konzentrationslagern und den Großstädten nach einer Bombardierung.

„Ja, mein Vorgesetzter schaute mir über die Schulter.
Erledige dies, erledige das.

Die Bomben kamen – und ich mit ihnen.“ (Seite 364)

Diese Erzählweise gibt dem Ganzen einen besonderen Touch, hilft aber leider auch nicht viel weiter, da die Handlung nur sehr schleppend in Gang kommt und erst zum Ende hin wahre Spannung aufkommt. Und bei fast 600 Seiten ist es ein langer Weg bis dahin.

Fazit

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak ist zwar eine schöne Geschichte mit interessanter Erzählweise, aber leider hindert das langsame Tempo das Aufkommen von echter Spannung – denn wenn diese doch einmal geschaffen wird, nimmt der Erzähler sie zwei oder drei Seiten weiter schon wieder raus. Sehr schade.

3/5

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