Rezension: Splitterherz von Bettina Belitz

28 Jul

Klappentext

Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.

Meinung

Die siebzehnjährige Ellie wird von ihren Eltern von Köln aus aufs Land verschleppt, als ihr Vater dort einen neuen Job als Leiter ein psychiatrischen Klinik annimmt. Zunächst sträubt sich alles in Ellie und sie weigert sich, sich mit ihrem neuen Schicksal abzufinden. Sie sehnt sich nach der Stadt, ebenso wie nach ihren Freunden. Es fällt ihr schwer sich einzuleben und so bleibt sie für sich, wodurch sie schnell den Ruf als arrogantes, verzogenes Mädchen bekommt, dass sich für etwas besser hält nur weil sie aus der Stadt kommt. Doch dann wird sie bei einem Unwetter von einem mysteriösen (und scheinbar sehr arroganten) schwarzen Reiter gerettet. Kurze Zeit später entpuppt sich dieser als Colin. Er ist zwanzig, studiert Forstamt, sieht umwerfend aus und scheint Ellie nicht besonders zu mögen & ihre Gegenwart zu meiden zu wollen.

Ellie hingegen ist einerseits fasziniert von diesem arroganten Außenseiter, andererseits bringt sein hochmütiges Verhalten sie ziemlich in Fahrt. Die beiden begegnen sich immer wieder und Ellie wird immer neugieriger und sehnt sich immer mehr danach Zeit mit ihr zu verbringen. Etwas woran Colin nicht wirklich interessiert zu sein scheint. Warum sonst sollte er sie immer dann wegschicken, wenn die Situation gerade dabei war angenehm zu werden?

Und dann ist da auch noch die Sache mit Ellies Vater, der Colin regelrecht aus seinem Haus wirft, nachdem dieser Ellie nach Hause gebracht hatte. Ellie versucht verzweifelt herauszufinden, was ihr Vater vor ihr verbirgt und was Colin mit all dem zu tun und macht dabei eine unfassbare Entdeckung…

Ich habe mir dieses Buch gekauft, da ich mehrfach die Aussage „endlich mal kein Vampir“ gelesen habe… denn obwohl ich ein großer Fan der Twilight-Reihe bin, bin auch ich langsam von dem ganzen Hype um das Thema genervt.

Ich ging an Splitterherz ohne große Erwartungen heran. Ich hatte gelesen, dass das Buch sehr gut sein sollte – doch  Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich. Als ich nun also anfing zu lesen kam es mir zunächst einmal befremdlich vor die Wörter „Mama“ und „Papa“ zu lesen – an sowas war ich gar nicht mehr gewöhnt, sonst liest (und hört) man immer nur noch „Mum“ bzw. „Dad“. Doch nach den ersten paar Seiten hatte ich mich daran gewöhnt & es gefiel mir sogar sehr geht – ich sage zu meinen Eltern schließlich auch Mama & Papa und nicht Mum & Dad. Die Geschichte spielt in Deutschland und da wäre das Mum/Dad dann einfach fehl am Platz gewesen.

Erzählt wird „Splitterherz“ aus  Ellies Sicht und ich muss sagen, dass der Ich-Erzähler bei diesem Buch wirklich genau richtig ist. Alles andere hätte Ellies Gefühle, Gedanken und Träume niemals so gut hervorgebracht und gerade diese sind für die Geschichte besonders wichtig. Auch konnte man ihre Gefühle & Gedanken sehr gut nachvollziehen. Welchem Teenager gefällt es schon ein Jahr vor dem Abitur von den Eltern in irgendein Provinzstädtchen verschleppt zu werden? Sicherlich niemandem. Dazu kommt, dass Ellie große Anpassungsprobleme hatte als sie nach Köln zog und sich gerade richtig wohl fühlte, als ihre Eltern mit ihr aufs Land zogen.

Und dann kommt Colin und Ellies zweispaltigen Gefühle ihm gegenüber sind ebenfalls sehr gut nachzuvollziehen. Einerseits sieht er umwerfend aus und ist dieser geheimnisvolle Typ, der mit niemandem etwas zu tun haben will (wer würde so einen Mann nicht interessant finden?). Andererseits ist er jedoch arrogant und weist sie immer wieder zurück.

An dieser Stelle erinnerte mich das Ganze noch an Twilight.. Mädchen sieht Jungen, Junge weist Mädchen zurück, Mädchen gibt nicht nach. Aber genau darin liegt dann wohl auch der Unterschied. Denn im Gegensatz zu Edward, der ja nun bekanntlich irgendwann einknickt, bleibt Colin weiterhin hartnäckig und macht es Ellie ganz und gar nicht leicht. Und Ellie ist auch nicht wie Bella, die direkt hoffnungslos verliebt ist und alle Bedanken über Bord wirft. Sie ist das Gegenteil. Sie ist wachsam und sich nie sicher ob Colin nur mit ihr spielt. Ob er gefährlich ist und ihr nicht vielleicht etwas antun könnte. Ihr Misstrauen und ihre Wachsamkeit haben mir sehr gut gefallen, denn sie zeigen noch einmal wie intelligent Ellie ist!

Und als schließlich das Geheimnis um Colin und Ellies Vater gelüftet wird ist man erleichtert, denn es ist wirklich einmal etwas ganz anderes.

Fazit

„Splitterherz“ ist kein billiger Abklatsch eines ehemaligen Bestsellers, kein kläglicher Versuch ebenfalls an diesem Vampir-Hype Geld zu verdienen. Sondern einfach eine kreative Geschichte, die mit ihrer Originalität überzeugt. Und als Pluspunkt die immer wieder gern gesehene absolut hoffnungslose Liebesgeschichte der Protagonistin. Man fühlt mit ihr und hofft einfach, dass sie ihn am Ende doch noch bekommt. Dass alles gut gehen wird und es ein Happy-End gibt.

Auf dieses werden wir uns aber wohl noch länger freuen dürfen, denn „Splitterherz“ ist der Auftaktroman zu einer Trilogie. Die Fortsetzung „Scherbenmond“ erscheint voraussichtlich im Januar 2011 & ich kann es kaum erwarten.

5/5

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